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Ein Rezept aus der Hetzküche der Natopresse

Jeden Tag lässt sich verfolgen, wie die Handlanger in den natohörigen Redaktionen der Leitmedien antirussische Stimmungsmache betreiben. Hier ein aktuelles Beispiel aus der Tages-Anzeiger-Küche (der Tagi ist die auflagenstärkste Zeitung der Deutschschweiz und hat am 11. März dieses Jahres eine Allianz mit sechs anderen europäischen Zeitung gefeiert, darunter mit Der Welt aus dem Hause des Springer-Verlags. Wie letzterer mit dem transatlantischen Lobby-Netzwerk verflochten ist, kann in Gekaufte Journalisten von Udo Ulfkotte nachgelesen werden).

Schritt 1: Man bausche auf

Gross titelt das Meinungsblatt in der Wochenendausgabe vom 21. März 2015 auf Seite 21: Protest vor dem Opernhaus gegen Opern-Diva Netrebko, was natürlich auf einen personenstarken Aufmarsch schliessen lässt. Schon bald aber erfahren der Leser bzw. die Leserin, dass lediglich sechs Mitglieder der Gesellschaft Schweiz Ukraine Flugblätter verteilen und sich anstrengen, die Operngäste in ein Gespräch zu verwickeln.

Schitt 2: Drücke auf die Tränendrüse

Ganz im boulevardesken Stil, d.h. mit dem Bemühen, die Story zu personalisieren und auf die Tränendrüse zu drücken, wird der Eintopf der Russlandhetze mit dem persönlichen Hintergrund des protestierenden Sasha Volkow angerührt. Er kommt in besagtem Artikel mit der Bemerkung zu Wort: „Ich bin in Slowjansk aufgewachsen und dort ist heute Krieg, meine Freunde und Verwandte mussten fliehen“. Dieses Grundgewürz ist insofern von Bedeutung, als es ganz dem Prinzip des psychologischen Solidariseriungszwangs verpflichtet ist und für das Opfer einer Aggression vereinnahmen soll. Doch es ist nicht das alleinige Gewürz des Hetze-Eintopfs, mehrere folgen sogleich. Man würze und salze, rühre und schwinge.

Schritt 3: Ziehe alle populistischen Register

Eine weitere Zugabe wäre die Moralinsülze in der Bemerkung des protestierenden Volkow, der die Opernbesucher darauf hinweist, dass mit wertvollen Steuergeldern eine Putin-Verehrerin bezahlt werde. Damit das Gulasch nun noch ein bisschen pfiffiger wird, mische man ein bisschen Reportagencurry darunter: Die meisten Besucher hören aufmerksam zu und antworten meistens das Gleiche: „Wir können doch jetzt nicht die Tickets weitergeben!“ Eine elegante Dame sagt: „Sie singt so wunderschön“ – und flüstert Volkow vertraulich ins Ohr: „Aber ist wohl nicht die Gescheiteste“.

Auf heisser Flamme wird alsdann der Hetze-Eintopf aufgekocht, auch eine rechte Prise Anschwärzpfeffer soll dabei nicht fehlen. Eine andere Demonstrantin des kleinen Grüppchens darf sie in die Brühe werfen: „Ich verstehe Anna Netrebko nicht“, sagt sie, „diese Frau kritisiert die westlichen Werte und äussert sich immer schwulenfeindlich, lässt sich aber in Österreich einbürgern und verdient hier und in den USA sehr viel Geld.“

Schritt 4: Zitiere Verunglimpfer und wasche die Hände in journalistischer Unschuld

Steigt aus dem Topf richtig der Dampf auf, ist eine Diffamierungs-Chilischote fällig. Diese lässt Simon Gerber, ein weiterer Demonstrant, in den Sud plumpsen: Er vergleicht Anna Netrebko mit Leni Riefenstahl, die sich gerne an die Seite eines starken Führers gestellt habe. So wird ganz subtil, ohne juristisch Konsequenzen heraufzubeschwören, Putin mit Hitler gleichgesetzt. Nun riecht das ganze Gebräu nach dickem Senf. Die Journalisten präsentieren das Gulasch der Redaktion und die jubelt, schliesslich dient es blendend ihrer Sache – der indirekten Kriegshetze eben.

Solcher Kochkunst den Stinkefinger zu zeigen oder sie zu ignorieren wäre ein Weg – ich ziehe es vor, das Resultat auf seinen Giftgehalt zu prüfen. Und wäre dieser nicht so bedenklich, könnte man darüber lachen.

Urs Bigler

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